Im öffentlichen Raum

Wir proben zurzeit nicht nur in Räumen. Wir gehen auch auf die Straße. Wir erobern uns zum Beispiel die Promenade bei den Landungsbrücken als Bühne. Wir testen, wie Menschen auf uns reagieren. Wir gehen ganz langsam. Wir setzen uns ganz freundlich neben uns fremde Menschen. Wir singen zusammen mit der Straßenmusikerin.

Ich glaube, dass der theoretische Diskurs über den öffentlichen Raum feststeckt, nicht mehr vom Fleck kommt und daher nicht mehr zu Handlungen führt. Ich glaube aber nicht, dass man den öffentlichen Raum durch theoretische Diskussion retten kann – zumindest nicht alleine dadurch. Vielmehr bedarf es der konkreten Handlung im öffentlichen Raum. Was passiert, wenn ich einen Tisch unten auf der Straße aufstelle? Wie lange steht er da? Muss ich eine Strafe zahlen oder nicht? Welchen Regeln begegne ich? Es geht darum, es auszuprobieren! Dies meine ich tatsächlich als Aufruf, es einfach zu tun, um dann zu erfahren, wo eigentlich die Grenzen des öffentlichen Raums sind. Und um zu erfahren, welche Möglichkeiten ich ausschöpfen kann.
 

Peter Arlt (In: Öffentlicher Stadtraum und künstlerische Intervention
von Uwe Jonas und Birgit Anna Schumacher)